Verjährung: 1 Jahr

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In AGB’s wird häufig die Verjährung mit einer Klausel verkürzt. Bei einer solchen Formulierung muss man – wie der nachstehende Fall des BGH zeigt – sehr vorsichtig sein. Ein direktes Klauselverbot ist bereits § 309 Nr. 8 b ff BGB zu entnehmen.

Im Fall des BGH hatte ein Reiseunternehmen in seine AGB’s geschrieben:

“Vertragliche Ansprüche des Reisenden verjähren in einem Jahr, beginnend mit dem Tag, an dem die Reise nach dem Vertrag enden sollte. Schweben Verhandlungen über die von Ihnen erhobenen Ansprüche, ist die Verjährung gehemmt, bis Sie oder wir die Fortsetzung der Verhandlungen verweigern. Die Verjährung tritt frühestens drei Monate nach dem Ende der Hemmung ein. …”

Hierauf berief man sich auch gegenüber einem Reisekunden. Der BGH entschied, dass die Klausel unwirksam war. Es läge ein Verstoß gegen § 309 Nr. 7a,b BGB vor.

Nach dieser Norm ist es AGB’s unzulässig die Verschuldenshaftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit auszuschließen. Ein Ausschluss oder eine Begrenzung für für sonstige Schäden ist nur für den Fall einfacher Fahrlässigkeit zulässig. Auch eine zeigliche Begrenzung durch Verkürzung der Verjährung stelle einen Verstoß gegen die Norm dar. Rechtsfolge: Die gesamte Klausel musste gestrichen werden, mit der Folge, dass die Verjährungseinrede nicht greifen konnte.

Es ist sowohl in AGB’s als auch Notarverträgen immer ein schmaler Grad, wenn sich eine Partei besonders viele Rechte sichern möchte. Im Zweifel verläßt man sich auf eine Klausel, die bei genauerer Beurteilung unwirksam ist.

BGH vom 26.02.2009, Xa ZR 141/07

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