Von Katzen, Mäusen und Schlangen …

PDF Version

Ganz Mülheim stand noch vor ein paar Wochen Kopf, weil eine giftige Kobra ihrem „Herrchen“ entwischt war:

Dem Eigentümer des Hauses dürfte die Sache wenig Freude bereitet haben, denn schließlich wurde wegen der Suche nach der Flüchtigen die gesamte Wohnung entkernt und in einen Rohbauzustand versetzt, die Nachbarn mussten für eine Weile umziehen. Ersatz für den entstandenen erheblichen Schaden wird er voraussichtlich rechtlich durchsetzen können, aber faktisch vermutlich nie vom Mieter erlangen.

Mäuse und Schlangen gehören zwar zu den Tieren, die ein Mieter grundsätzlich als sogenannte Kleintiere in verschlossenen Behältnissen ohne Einschränkung vermieterseits halten darf, aber giftige Tiere gehören hierzu nicht. Deren Haltung kann, wie auch die Haltung von Katzen und Hunden, vom Vermieter schon bei Vertragsabschluß untersagt werden.

Vermieter sollten hier in Nordrhein-Westfalen unbedingt von ihrer Entscheidungsbefugnis Gebrauch machen:

Nach Schätzungen werden in Deutschland ca. 150.000 giftige Schlangen in privaten Haushalten gehalten. Nachdem in einigen Bundesländern, so auch z.B. in Berlin, die Haltung ohnehin von Gesetzes wegen untersagt ist, dürfte das ein oder andere Tier in NRW noch auf die Chance zu einem kleinen netten Ausflug in die Umgebung warten.

Was aus der Ferne einer gewissen Komik nicht entbehrt, kann einen tragischen Ausgang nehmen.

BGH Urteil vom 14.11.2007, VIII ZR 340/06
LG Bochum, Beschluss vom 20.12.1988, 7 T 767/88

Blog abonnieren (RSS)
jetzt auch auf Twitter

URL des Beitrages: http://www.ra-sawal.de/Wordpress/?p=1556

Tags: ,

Hinterlasse Sie bitte eine Antwort

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.