Der Makler und die Gier

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Die Vereinbarung einer 12%ige Netto-Provision eines Maklers ist sittenwidrig. So hat das OLG Frankfurt/M. entschieden. Ein Makler hatte mit seinem Kunden für Beratung und Vermittlung des Verkaufs eines Objekts eine feste (13.340 €) und  zusätzlich eine 12%ige Netto-Provision des Verkaufspreises vereinbart.

Das Gericht hielt diesen Maklervertrag für unwirksam. Denn die vom Makler geforderte Leistung steht in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der von ihm geschuldeten Leistung. (§ 139 BGB) Die Zahlung des Kunden war damit ohne Rechtsgrund erfolgt. Dieser konnte den bereits gezahlten Betrag nach § 812 BGB zurückfordern.

Die übliche Provision lag im Fall zwischen 3% – 5%. Der BGH hat bei gegenseitigen Verträgen ein die Sittenwidrigkeit begründendes auffälliges Missverhältnis in der Regel immer dann angenommen, wenn der Preis knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung oder der marktübliche Preis. Dass dies hier der Fall war, ließ sich unschwer errechnen.

Ein lukrativer Auftrag kann sich damit schlussendlich als Bumerang für den Makler herausstellen, da er bei einem sittenwidrigen Vertrag gar keine Courtage erhält.

OLG Frankfurt vom 5. 2. 2008, 18 U 59/07

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Eine Antwort zu “Der Makler und die Gier”

  1. blogring.org sagt:

    Blogring für makler…

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