Hochzeit zu verkaufen!

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Es ist immer wieder interessant, was für Fälle das Leben schreibt. Ein türkisches Pärchen hatte einen Eventveranstalter mit der Ausrichtung ihrer Hochzeit beauftragt. Eingeladen werden sollten 620 Personen, die in dem vom Veranstalter angemietetem Raum Platz finden sollten.

Kurz vor der Feier stellte sich jedoch heraus, dass der Raum nicht fristgerecht fertig gestellt werden würde. Das Paar musste daher auf einen kleineren Raum ausweichen und 220 Gäste wieder ausladen. Ärger wäre in seinem solchen Fall mehr als verständlich. Dabei blieb es jedoch nicht. Das Brautpaar forderte 8.250,00 € Schadensersatz wegen entgangenem “Gewinn” (Geld- und Goldgeschenke im Wert zwischen 50 und 100 Euro pro ausgeladenem Gast).

Das OLG Frankfurt a.M. sprach ihnen diese nicht zu. Zum einen handele es sich bei einer Hochzeit nicht um eine kommerzielle Veranstaltung mit Gewinnerzielungsabsicht. Zum anderen war der Vertrag bereits nichtig. Denn die Parteien hatten vereinbart, dass ein Großteil der Kosten des Veranstalters “schwarz” gezahlt werden sollte.

OLG Frankfurt vom 16.05.2011, 19 W 29/11

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