Kein Raum für Verhältnismäßigkeit…

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… so titelt sogar “Die Zeit”. Von einem “schwarzen Tag für Arbeitnehmer” am gestrigen Tag ist gar die Rede. Die Zeitungen lassen nichts aus, um die Empörung der “kleinen Leute” über das gestrige Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin wegen der fristlosen Kündigung einer Kassiererin aufgrund Verdachts der Unterschlagung von Pfandbons im Wert von gesamt € 1,30 nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit zu schüren.

Bei aller berechtigten Diskussion über Verhältnismäßigkeit, mangelt es leider den meisten Zeitungsberichten an einer vollständigen Wiedergabe der Pressemitteilung des Gerichts bezüglich der Urteilsgründe. So heißt es hier nämlich auch: “Der Vertrauensverlust sei im zu entscheidenden Fall noch nachhaltiger gewesen, weil die Klägerin im Rahmen der Befragungen durch den Arbeitgeber immer wieder falsche Angaben gemacht habe, die sie dann, als sie vom Arbeitgeber widerlegt waren, einfach fallengelassen hat. So habe sie beispielsweise ohne Grund und Rechtfertigung eine Kollegin belastet, die nichts mit der Sache zu tun gehabt hatte.”

Tagesschau ist hier viel gründlicher.

Kein Raum für Verhältnismäßigkeit?… leider viel zu oft bei der Berichterstattung in den Medien…!

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg; Urteil vom 25.02.2009; AZ: 7 Sa 2017/08

Eine Antwort zu “Kein Raum für Verhältnismäßigkeit…”

  1. RECHTaktuell | juristischer Blog | Sawal Rechtsanwälte» Blogarchiv » Kündigung wegen Diebstahl sagt:

    […] Fall der Berliner Supermarktkassiererin Barbara E. bewegte die Nation – allen voran die Bildzeitung. Wie es in diesem Fall weitergeht, wird sich wohl […]

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