Noch mehr Transparenz für Fluggäste

PDF Version

Wer schon einmal bei Ryanair einen „Billigflug” gebucht hat, der kennt das Problem zu Genüge: 7,99 € pro Strecke und zum Schluss stehen noch einmal 8 € Kreditkartengebühr pro Person auf der Rechnung. Es gibt bei der Fluglinie allerdings keine Möglichkeit eine Zahlungsmodalität auszuwählen, die wirklich kostenlos ist. („Kostenlos” ist lediglich die Zahlung mit einer kaum verbreiteten Visa-Electron-Karte – Jahresgebühr: 40-100 €.)

Der Verbraucher schweigt und redet sich ein, dass wenigstens der Preis insgesamt unschlagbar günstig sei. Wer beschwert sich schon über so kleine Summen… (Es geht allerdings ums Prinzip) Wenn aber beim nächsten Einkauf die freundliche Kaisers-Verkäuferin 8 € Zahlungsgebühr für den Einkauf von 15,98 € verlangen würde, wäre der Aufstand an den Kassen sicherlich größer.

Die Praxis der Fluglinie dürfte sich allerdings dem Ende zuneigen, wenn sich die Ansicht der Kammergerichts durchsetzt. Dieses hat Ende April ein Urteil gegen Ryanair bestätigt, in dem es der Airline untersagt wurde, Kreditkartengebühren zu verlangen, solange kein anderes etabliertes Zahlungsverfahren kostenlos angeboten wird.

Die Begründung lautet, dass eine echte Gegenleistung für die geforderte Gebühren nicht ersichtlich sei. Es liege im eigenen Interesse, den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu förder, da auch eine Barzahlung nicht möglich sei.
Bleibt abzuwarten, ob Ryanair in Revision geht oder sich fügt. Jedenfalls handelt es sich um ein weiteres Urteil, dass verwirrende Preisangaben bei Fluglinie entgegenwirkt.

Kammergericht Berlin vom 30. April 2009, 23 U 243/08 (nicht rechtskräftig – mitgeteilt vom VzBv)

Blog abonnieren (RSS)

URL des Beitrages: http://www.ra-sawal.de/Wordpress/?p=484

Tags: , , , ,

Hinterlasse Sie bitte eine Antwort

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.