Grillen bis der Nachbar kommt

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Langsam steigen die Temperaturen und der Sommer macht sich bemerkbar. Grillzeit. Immer wieder ein beliebter Streit zwischen Mieter und Vermieter und Mietern untereinander. Zur Übersicht folgt eine beispielhafte Auflistung von Fällen aus diesem Bereich:

Das OLG Oldenburg hat entschieden, dass viermal im Jahr ein Grillen bis 24 Uhr sozialadäquat sein sein.

Das Landgericht München stellte allgemeiner fest, dass das Grillen in den Sommermonaten üblich sei und hingenommen werden müsse, solange die Wesentlichkeitsgrenze nicht überschritten sei.

Diese Grenze liegt nach Auffassung des Amtsgerichts Bonn bei einem Grillabend im Monat im Zeitraum von April bis September bei vorheriger Ankündigung (mind. 48 Stunden vorher). Bei dreimaligem Grillen im Jahr hat auch das Landgericht Stuttgart kein Problem. Das Landgericht Aachen ist großzügiger und erlaubt zwei Grillabende im Monat.

Es gibt demnach kein Recht auf unbeschränktes Grillvergügen, wenn sich Nachbarn belästigt fühlen. Bei ein- bis zweimal im Monat dürfte die Schmerzgrenze liegen. Beachtet werden muss auch, dass jedenfalls ab 22 Uhr der Lärmpegel minimiert wird. Anderenfalls drohen nach § 117 OWiG Geldbußen bis zu 5.000 €, wenn die Polizei kommt.

LG München vom 12.01.2004, 15 S 22735/03
AG Bonn vom 29.04.1997, 6 C 545/96
LG Stuttgart vom 14.08.1996, 10 T 359/96
OLG Oldenburg vom 29.07.2002, 13 U 53/02
LG Aachen, 6 S 2/02

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