Artikel mit ‘Bank’ getagged

Ein Komma für 4985,64 €

Montag, 13. Juli 2009 PDF Version

Es dürfte das teuerste Komma seines Lebens gewesen sein: Auf dem Portal der WAZ wird berichtet, dass ein Quelle-Kunde bei einer Überweisung statt 50,36 € einen Betrag von 5036 € auf dem Überweisungsträger (am Automaten) eingetragen hat. Die Rücküberweisung gestaltet sich natürlich aufgrund der Insolvenz des Versandhändlers recht schwierig.

Von der Bank kann der Mann nicht auf Erstattung hoffen, denn die hat alles richtig gemacht. Gegen den Empfänger der Gutschrift besteht zwar nach § 812 Abs. 1 BGB ein Erstattungsanspruch, aber wenn dort kein Geld mehr zu holen ist…

Bei Überweisungen sollte man daher in jedem Fall besonders sorgfältig sein. Wir hatten bereits in einem anderen Artikel darauf hingewiesen, dass beim Online-Banking die Gefahr der Eingabe einer falschen Kontonummer ebenfalls den Kunden trifft, da die Bank keine Pflicht hat zwischen Empfängername und Kontonummer einem Abgleich vorzunehmen.

WAZ vom 10.07.2008

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Mangelhafte Sicherheitsstandards bei Banken

Samstag, 16. Mai 2009 PDF Version

Gute Neuigkeiten kommen aus den Münchner Amtsgerichtssäälen für Kreditkartenkunden. Die dortigen Richter haben entschieden, dass der Inhaber einer Kreditkarte für nicht von ihm getätigte Transaktionen nicht den Kopf hinhalten muss. Das Risiko muss die Bank tragen.

Der Fall lag folgendermaßen: Eine Bankkundin besaß bei einer Bank eine Masterkarte. Bei der Prüfung der monatlichen Abrechnungen stellte sie fest, dass in dieser nicht von ihr veranlasste Abbuchungen auftauchten. Sie ließ die Karte sperren, die Bank erstattete die Beträge anstandslos. Die Kundin installierte vorsichtshalber ein Virenschutzprogramm auf ihrem Rechner. Auch mit der 2. und später der 3. Karte wiederholte sich das Spiel. Die letzte Abbuchung wollte die Bank nun nicht mehr erstatten (ca. 700 €), da sie der Ansicht war, entweder habe die Kundin die Abbuchung selbst veranlasst oder sei nicht sorgfältig genug mit ihren Kreditkartendaten umgegangen.

Das Amtsgericht wies diese Argumentation zurück. Die Bank hätte ihre Vermutungen nachweisen müssen. Eine Beweislastumkehr nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises käme hier nicht in Frage, da es für den Datenmissbrauch vielfältige Möglichkeiten gebe. Dass sie Abbuchungen ohne Prüfung und Belege automatisiert zulasse, falle in ihren Risikobereich. Die Bankkunden seien für mangelhafte Sicherheitsstandards bei den Banken nicht verantwortlich.

Amtsgericht München vom 16.02.2009, 242 C 28708/08

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