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Besitzaufgabe nicht gleich Rückgabe

Freitag, 26. Juni 2009 PDF Version

Beides verwechseln viele Mieter, wenn sie ihre Wohnung bei Mietvertragsende zurückgeben wollen/sollen. Die einen hinterlassen Schlüssel in der Wohnung und sind dann über alle Berge. Wieder andere scheuen die Auseinandersetzung mit dem Vermieter wegen des Zustands der Mietsache und werfen die Schlüssel einfach in den Briefkasten von Vermieter oder Hausmeister. Mancher einer schickt Schlüssel sogar einfach mit normaler Post und verabschiedet sich auf diese Weise. Alles schon erlebt.

Später ist das Entsetzen dann groß, wenn die Kaution einbehalten wird und der Vermieter Ansprüche auf Nutzungsentschädigung wegen verspäteter Rückgabe nach § 546 a BGB geltend macht.

Eine Wohnung wird durch Vereinbarung eines Übergabetermins vor Ort zurückgegeben. Der Vermieter muss zu diesem Zweck gebeten werden zur Wohnung zu kommen. Hierzu ist dieser wiederum nach § 546 BGB verpflichtet.

Wirkt er nicht mit, dann kann man ihn in Annahmeverzug setzen und der Mieter wird, allerdings nur wenn er die Besitzaufgabe durch Hinterlassen der Schlüssel vorher explizit angedroht hatte, von der Schadensersatzpflicht nach § 546 a BGB frei. Die Androhungspflicht ergibt sich aus § 303 BGB.

LG Lüneburg, Urteil vom 29.10.2008; AZ: 6 S 96/08 unter Verweis auf OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.05.2003; AZ: 24 U 49/03

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